427 views
Aug 3, 2010

Gepostet von in Gastartikel, iPhone & iPod Touch | 4 Kommentare

Wie umweltfreundlich ist das iPhone 4?

Wie umweltfreundlich ist das iPhone 4?

Dieser Artikel stammt von Daniel. Er arbeitet für TestFreaks und ist dort im Online Marketing tätig. Viel Spaß!

Das iPhone ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte, bislang sind alle Versionen millionenfach über den Ladentisch gegangen. Das dürfte sich wohl bei Apples neuestem Baby, dem iPhone 4, nicht ändern, auch hier kann man, ohne der Kunst des Hellsehens mächtig zu sein, einen Verkaufsschlager erwarten. Doch was in rauen Mengen produziert und verkauft wird hat einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Umwelt. Da darf man also ruhig mal nachfragen, ob das neue iPhone „grüner“ ist, als seine Vorgänger und wie umweltfreundlich es insgesamt einzuschätzen ist. Lasst uns doch erst mal einen Blick auf die verwendeten Materialien werfen.

PVC inside?

PVC ist auch eine Abkürzung für die Grüne Partei Kanadas, doch hier geht es natürlich um den Kunststoff Polyvinylchlorid, der aus drei Gründen gerne in der Produktion verwendet wird: PVC ist billig, haltbar und leicht einsetzbar. Durch die Nutzung von Weichmachern kann es zudem noch flexibler gemacht werden und findet daher Verwendung bei der Herstellung einer ganzen Reihe an Produkten, von Wasserbetten über Kleidung bis hin zu Actionfiguren.

Doch leider gibt es bei der Sache auch einen Haken: PVC ist nicht ungefährlich für Mensch und Natur. Zum einen kann Vinylchlorid krebserzeugend wirken, außerdem werden bei der Verarbeitung dieses Materials gefährliche Stoffe freigesetzt. Schließlich ist PVC derzeit kaum für Recycling geeignet, da dabei sehr hohe Kosten anfallen.

Es wäre also nicht wirklich eine gute Idee, PVC bei der Produktion eines Massenartikels einzusetzen und in der Tat hat Apple hier die Gefährlichkeit dieses Stoffes berücksichtigt. Das iPhone 4 ist komplett PVC frei, ja sogar Zubehör wie Kopfhörer oder USB Kabel kommen gänzlich ohne dieses Material aus. Hier gibt es also schon mal einen Pluspunkt für das iPhone 4.

Bromhaltige Leiterplatten, anyone?

Leiterplatten sind Träger für elektronische Bauteile, und auch das neue iPhone kommt ohne eine solche Platine nicht aus. Hier ist es Gang und gebe bromierte Biphenyle als Flammschutzmittel einzusetzen. Das hört sich jetzt alles etwas kompliziert an, doch auf den Punkt gebracht lässt sich sagen, dass die Verwendung von Brom nicht ungefährlich ist, da es sich auch hier um eine giftige Substanz handelt. Hier geht Apple einen Schritt in die richtige Richtung und verzichtet beim iPhone 4 komplett auf die Verwendung von Brom.

Quecksilber im LDC Display?

Quecksilber, eingesetzt zum Beispiel in Thermometern oder Zahnfüllungen, wird auch schon seit längerem als giftiger Schadstoff eingeordnet. Quecksilber kann zum Beispiel negative Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem haben und dabei Gedächtnisverlust oder heftige Muskelkrämpfe auslösen. Definitiv also keine Substanz die man in seinem Handy finden möchte. Dort wird Quecksilber manchmal zur Hintergrundbeleuchtung des Displays eingesetzt. Gut also, dass das iPhone 4 hier auf LED Beleuchtung setzt, die komplett ohne den toxischen Stoff auskommt. Auch hier Daumen hoch für Apple.

Und wie sieht es mit Arsen im Displayglas aus?

Das Arsen auch schon in geringsten Dosen giftig sein kann dürfte den meisten bekannt sein und dennoch wurde diese Substanz bis vor kurzem noch bei der Herstellung von Display Panels eingesetzt. Mittlerweile sind jedoch die meisten Hersteller solcher Produkte auf arsenfreie Glasproduktion umgestiegen und auch Apple macht hier beim iPhone 4 keine Ausnahme.

Und sonst?

Neben den verwendeten Materialien gibt es noch weitere Faktoren, die Einfluss darauf haben, wie umweltfreundlich ein Produkt ist. Ein wichtiger Punkt ist etwa die Recycling Fähigkeit. Hier sind nicht nur die Komponenten des Handys entscheidend, sondern vor allem auch das Verpackungsmaterial, weil dies am ehesten entsorgt wird. Apple verwendet hier meist bereits recyceltes Material, schont also natürliche Ressourcen und verringert die Menge an Verpackungsmüll.

Auch eine effiziente Stromversorgung spielt eine nicht unerhebliche Rolle. Viele Produkte verbrauchen beim Aufladen viel mehr Energie als notwendig, weil die Herstellung so günstiger gehalten werden kann. Das iPod 4 überzeugt hier jedoch, denn der Energieverbrauch ist effizient und genau auf das Handy abgestimmt.

Fazit

Auch wenn sich das jetzt ein bisschen wie ein Werbetext für Apple liest: es gibt in Punkto Umweltfreundlichkeit tatsächlich so gut wie nichts am iPhone 4 auszusetzen. Man könnte jetzt anmerken, dass Apple relativ kurze Produktzyklen hat, die Nachfolger des iPhones also schon nach ziemlich kurzer Zeit veröffentlicht werden. Würden neue Versionen nach längeren Intervallen herausgebracht werden, wäre auch der Einfluss auf die Umwelt geringer. Aber das ist wohl der generellen Schnelllebigkeit des Handymarkts geschuldet, an der sich wohl so schnell auch nichts ändern wird. Hoffen wir also darauf dass Apple dem grünen Trend auch beim iPhone 5 folgen wird.

Der Autor

Mein Name ist Chris. Ich komme aus dem wunderschönen Bamberg, bin 19 Jahre alt und habe eine Ausbildung als Kaufmann in Marketingkommunikation. Ich blogge schon seit über 3 Jahren. Für mich ist mein Blog ein Hobby, bei dem ich nicht nur Erfahrungen sammeln konnte, sondern auch interessante Kontakte knüpfen durfte! Mehr über mich und den Blog gibt es unter "Blog".

Tags: , ,
  1. Hat Greenpeace nicht vor Kürze sogar bestätigt, dass Apple einer der gaaaanz wenigen Hersteller ist, die ihre Versprechen bezüglich Umweltschutz einhalten?!

    Ich glaube da was gelesen zu haben.

    Viktor aka Bitwalker.at

  2. Alles in Allem ganz nett, doch wie sieht es hier mit dem ökologischem Rucksack aus? Nur weil das Produkt aus nicht umweltschädlichen Teilen besteht, heißt dies ja nicht, dass bei der Produktion auch umweltfreundlich gearbeitet wird.

    Ausschnitt aus Wikipedia:
    “Typische Werte sind ein Faktor 5 für Kunststoffe, das heißt für ein Kilogramm Kunststoff werden 5 Kilogramm Ressourcen benötigt. Weitere Werte sind Faktor 15 für Papier, Faktor 85 für Aluminium, Faktor 500 für Kupfer und Faktor 550.000 für Gold.”

    Auch hier müssten viele Einsparungen vorgenommen werden, um ein Produkt wirklich “grün” zu bekommen. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern ist Apple auf jeden Fall schonmal auf dem richtigen Weg ;-)

  3. Hey Leute, jetzt mal ehrlich: grün hin oder her – die Welt konsumiert Apple doch so oder so… Prestige geht nun mal über Empathie! Rifkin spricht in diesem Zusammenhang in seinem Buch *Die emphatische Zivilisation* schmeichelnd von dem Emathie-Entropie-Dilemma. Das Buch ist echt ne Empfehlung für alle, die das fehlende grüne Bewusstsein unserer Gesellschaft nicht nachvollziehen können.

  4. Cedric Instenberg says:

    Bin ganz Tims Meinung. Würden PCs von Microsoft oder die MacBooks von Apple extrem umweltfreundlich wären, was sie ja eigentlich sind, würde trotzdem jeder einen PC oder einen Mac haben. Auf Apple werde ich nie verzichten können :-D

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>