Gepostet von Chriz in Gastartikel | 2 Kommentare
Leben, wo andere Urlaub machen
Dieser Artikel stammt von Panique. Wer mehr von ihm lesen will, findet ihn unter seinen Blog Hilfe, Zombies! und seinen Twitter Account _panique_. Viel Spaß!
Der Chriz fährt in den Urlaub. Das kann man ihm gönnen, da kann man neidisch sein. Ich war auch schon mal im Urlaub. Aber eher selten, denn zum Urlaub habe ich ein gespaltenes Verhältnis. Natürlich ist es ganz prima, sich in fremder Umgebung zu entspannen, einfach mal abzuschalten, sich die Birne dichtzukippen am Strand von El Arenal. Je nach Vorlieben und Charaktertyp kann man sich ja das aussuchen, was einem am besten passt. Schlimm ist es nur, dabei sein zu müssen und eben das nicht zu können. Tja, da ist man gearscht, wenn man in einer Urlaubsgegend aufwächst. Als Beispiel führe ich da gerne, aus eigener schmerzhafter Erfahrung, Ostfriesland an.
Ja, in so einer Gegend kann man wirklich wohnen, leben, auch länger als 14 Tage am Stück. Wenn man das tut, dann erlebt man einiges. Vor allem Urlauber. Das sind in der Gegend meistens ältere Herrschaften aus dem Ruhrgebiet oder von noch weiter weg, die mit ausländischen Kennzeichen an merkwürdigen Wohnmobilen durch die Dörfer heizen, alles ganz toll und entspannend finden. Ach, Klaus, schau nur, so schön ruhig hier, wie idyllisch. Und dann finden sie nicht nur die Landschaft ganz toll und entspannend, sondern auch die Menschen, die dort wohnen. Man wird zu einem Teil der Kulisse, zu einem Statisten, der dort hingestellt wurde um sie zu erfreuen.
Besonders schlimm wurde das in den letzten Jahren, als der Servicegedanke inflationär wurde. Da wurde jeder, der nicht bei drei auf den Bäumen war, zum Gastgeber erklärt, der immer freundlich zu sein hat (jaja), immer den richtigen Weg zeigen muss (hähä), immer in einem lustigen Dialekt sprechen soll (moin), sonst ist es ja kein Urlaub. Das macht mal ein Jahr lang mit, danach ist wirklich der letzte Vorrat an Freundlichkeit, Orientierungssinn und Dialekt aufgebraucht. Ein kleines schlechtes Gewissen habe ich ja schon, wenn ich daran zurückdenke, dass einige von ihnen wahrscheinlich immer noch über die schnurgeraden Straßen irren, in ihren Wohnmobilen verzweifelt versuchen, die Zivilisation wieder zu entdecken. Besonders wenn sie dann die paar Brocken Plattdeutsch ausprobieren, die ich ihnen beigebracht habe. Ach ja, die gute alte Zeit.
Allen Urlaubern muss ich wirklich raten, im Umgang mit den Einheimischen vorsichtig zu sein. Man darf ihnen nicht alles glauben, vor allem den Ostfriesen nicht. Sonst könnte es spannender werden, als man es haben wollte.
In dem Sinne: Mach dir ne gute Zeit, Chriz.
P.S.: Die Holländer sind noch schlimmer.
Tags: Gastartikel, leben, Urlaub machen
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Ich als waschechter Ostfriese kann sogar Platt, auch als 1988-geborener.
Wir sind gerade voll im Umzugsstress. http://www.kalliey.de/umzug-die-logistik/08/2010/
Aber die Immobiliensuche war schon extrem Nervenaufreibend, kann man hier nachlesen: http://www.melanie-wepner.net/mietnomaden-und-andere-katastrophen-in-norddeutschland/08/02/ – So etwas ist mir hier bei unseren letzten Suchen nach Häusern nicht widerfahren.
Wir ziehen aus dem Rhein-Main-Gebiet nach Ostrfriesland.
Wir haben aber eigentlich durchweg mit den Menschen dort nur positive Erfahrungen gemacht, waren alle total nett und zuvorkommend, außer die Makler, ok die waren auch nett, haben aber nur Scheiße erzählt. Letztlich haben wir von Privat gemietet, der Mann ist ein echt toller Typ und seine Eltern die das Haus nebenan bewohnen sind richtig toll. Ich freue mich echt auf Ostfriesland und hoffe das wir da lange verweilen werden.